Kurz gesagt
- Innere Unruhe ist ein Gefühl von Anspannung und Getriebensein. Oft zeigt sie sich auch im Körper, etwa durch Herzklopfen oder schlechten Schlaf.
- Meist stecken alltägliche Auslöser wie Stress oder zu viel Kaffee dahinter. Es gibt aber auch körperliche Ursachen wie eine Überfunktion der Schilddrüse oder Herzrhythmusstörungen.
- Hält die Unruhe an oder kommt sie immer wieder, lassen Sie das bitte ärztlich abklären.
- Für den Moment helfen langes Ausatmen und Bewegung. Hängt die Unruhe an alten Stressmustern, kann Coaching sinnvoll sein.
Wie fühlt sich innere Unruhe an?
Innere Unruhe ist schwer zu greifen. Sie fühlt sich an, als stünde der Körper unter Strom. Sie wollen zur Ruhe kommen und können es nicht. Die Krankenkasse DAK beschreibt in ihrem Ratgeber eine ganze Reihe von Anzeichen. Stärke und Dauer sind von Mensch zu Mensch verschieden.
Typische Anzeichen innerer Unruhe
- Sie können schwer still sitzen. Sie wippen mit dem Fuß oder trommeln mit den Fingern.
- Ihr Herz klopft spürbar, auch in Ruhe.
- Sie schwitzen leichter oder Ihre Hände zittern.
- Ihre Gedanken springen von einem Thema zum nächsten.
- Sie können sich schlecht konzentrieren.
- Sie reagieren gereizt auf Kleinigkeiten.
- Sie schlafen schlecht ein oder wachen nachts auf.
Innere Unruhe ist ein Signal. Über die Ursache sagt sie noch nichts. Deshalb gilt: erst abklären, dann einordnen.
Ursachen: Woher innere Unruhe kommen kann
Laut DAK stecken meist alltägliche Auslöser dahinter. Dazu zählen Stress und Lampenfieber. Auch zu viel Koffein kann Unruhe auslösen. Es gibt aber auch körperliche und seelische Ursachen. Auch diese sollten Sie kennen.
Körperliche Ursachen, die ärztlich abgeklärt werden sollten
- Schilddrüse: Eine Überfunktion kann innere Unruhe, Nervosität und Zittern auslösen. Typisch sind außerdem Herzrasen, Schwitzen und Gewichtsverlust. Das beschreibt das Gesundheitsportal gesund.bund.de des Bundesgesundheitsministeriums. Eine Blutuntersuchung gibt hier wichtige Hinweise.
- Herz: Herzrhythmusstörungen können sich als Herzstolpern oder Herzrasen zeigen. Laut DAK können auch innere Unruhe oder Angstgefühle dazugehören. Neu auftretendes oder wiederkehrendes Herzstolpern sollte ärztlich abgeklärt werden.
- Koffein: Hohe Mengen Koffein können nervös machen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt als mögliche Folgen Nervosität und Schlaflosigkeit. Auch Schweißausbrüche und Herzrasen können auftreten. Für gesunde Erwachsene gelten bis zu 400 Milligramm am Tag als unbedenklich. Eine Tasse Filterkaffee enthält etwa 90 Milligramm. Wie empfindlich jemand reagiert, ist aber sehr unterschiedlich.
- Nikotin und Alkohol: Auch sie können unruhig machen. Das gilt laut DAK auch beim Entzug.
- Medikamente: Manche Medikamente können Nervosität auslösen. Die DAK nennt etwa bestimmte Mittel gegen Grippe oder Asthma sowie einige Antidepressiva. Setzen Sie ein Medikament aber nie eigenmächtig ab. Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Weitere Ursachen: Auch eine Unterzuckerung kann unruhig machen. Ebenso die Umstellung der Hormone in den Wechseljahren.
Manchmal ist Unruhe ein Notfall. Kommen starke Brustschmerzen, Atemnot oder Ohnmacht dazu? Dann rufen Sie sofort den Notruf 112.
Seelische Ursachen: Angststörung und Depression
Innere Unruhe kann auch zu einer psychischen Erkrankung gehören. Zwei sollten Sie kennen.
Generalisierte Angststörung: Betroffene machen sich über viele Lebensbereiche anhaltend große Sorgen. Dazu kommen körperliche Beschwerden wie Herzklopfen, Muskelverspannungen oder Nervosität. Für die Diagnose müssen die Ängste laut gesundheitsinformation.de mindestens sechs Monate an den meisten Tagen bestehen. Schätzungen zufolge erhalten etwa 5 Prozent aller Menschen diese Diagnose im Lauf ihres Lebens.
Depression: Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe kann eine Depression mit ausgeprägter innerer Unruhe einhergehen. Betroffene können sich kaum entspannen und fühlen sich getrieben. Eine Depression wird diagnostiziert, wenn mindestens fünf Anzeichen über zwei Wochen oder länger bestehen. Eines davon muss ein Hauptsymptom sein, etwa gedrückte Stimmung.
Erkennen Sie sich hier wieder? Dann ist Coaching nicht der richtige erste Schritt. Sprechen Sie bitte mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Innere Unruhe ohne Grund?
Manchmal ist die Unruhe da, obwohl gerade nichts los ist. Die ärztlichen Befunde sind unauffällig. Trotzdem kommt der Körper nicht herunter. Dann lohnt ein Blick auf die Stressreaktion.
Unter Belastung startet Ihr Körper ein Alarmprogramm. Über die sogenannte Stressachse schütten die Nebennieren Hormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Sie erhöhen unter anderem Blutzucker und Blutdruck. So bereitet sich der Körper auf Kampf oder Flucht vor. Das beschreibt die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie.
Kurzfristig ist das sinnvoll. Schwierig wird es, wenn das Nervensystem nicht mehr in die Ruhe zurückfindet. Dann bleibt der Körper auf Alarm, auch wenn die eigentliche Belastung längst vorbei ist.
Die Unruhe hat dann durchaus einen Grund. Er liegt nur nicht im Moment. Oft wirken alte Muster mit. Etwa der Anspruch, alles perfekt zu machen. Oder das Gefühl, für alles verantwortlich zu sein. Solche Muster sind tief im emotionalen Gedächtnis verankert. Mehr dazu lesen Sie im Artikel Innere Antreiber.
Innere Unruhe: Was tun im Moment?
Diese Schritte helfen, wenn die Unruhe gerade da ist. Eine ärztliche Abklärung ersetzen sie nicht.
- Atmen Sie länger aus als ein. Zählen Sie beim Einatmen langsam bis vier. Zählen Sie beim Ausatmen bis sechs. Bleiben Sie ein paar Minuten dabei. Wie langes Ausatmen auf Ihr Nervensystem wirkt, erkläre ich im Artikel Nervensystem beruhigen auf meiner Seite für Einsatzkräfte.
- Bewegen Sie sich. Unruhe ist Energie, die nach draußen will. Gehen Sie zehn Minuten zügig spazieren. Oder steigen Sie ein paar Treppen.
- Holen Sie sich ins Hier und Jetzt. Spüren Sie Ihre Füße auf dem Boden. Nehmen Sie bewusst wahr, was um Sie herum ist. Dabei hilft die 5-4-3-2-1-Übung. Die Anleitung finden Sie im Artikel Gedankenkarussell stoppen.
- Schreiben Sie auf, was Sie beschäftigt. Unruhe hängt oft an offenen Punkten. Notieren Sie zu jedem Punkt den nächsten kleinen Schritt.
- Lassen Sie den nächsten Kaffee weg. Trinken Sie stattdessen ein Glas Wasser. Koffein kann die Unruhe verstärken.
- Sprechen Sie mit jemandem. Ein Gespräch mit einem vertrauten Menschen kann entlasten. Das empfiehlt auch die DAK.
Was langfristig hilft
- Ein fester Schlafrhythmus und feste Abläufe im Alltag.
- Tageslicht und regelmäßige Bewegung.
- Bewusste Pausen im Arbeitstag.
- Entspannungsverfahren wie Yoga, Meditation oder Progressive Muskelentspannung.
- Weniger Koffein und Alkohol.
Wie Sie innere Ruhe im Alltag üben können, lesen Sie im Artikel Gelassenheit lernen.
Gegen Unruhe werden viele Tees, Tropfen und Tabletten angeboten. Dazu gebe ich hier bewusst keine Empfehlung. Fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wann zum Arzt und wann Coaching?
Bitte lassen Sie Ihre Unruhe zuerst ärztlich abklären. Das gilt besonders in diesen Fällen:
- Die Unruhe ist neu und hat keinen erkennbaren Auslöser.
- Sie hält über Wochen an oder kommt immer wieder.
- Es kommen körperliche Beschwerden dazu. Etwa Herzstolpern, Zittern oder Gewichtsverlust.
- Ihre Stimmung ist gedrückt oder Sie machen sich ständig Sorgen.
- Sie haben ein Medikament neu angesetzt oder abgesetzt.
Bei Gedanken an Suizid erreichen Sie die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenlos unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Coaching kann sinnvoll sein, wenn körperliche Ursachen ausgeschlossen sind. Zum Beispiel wenn die Unruhe immer wieder in ähnlichen Situationen auftaucht. Vor wichtigen Terminen. Unter Zeitdruck. Oder wenn Sie das Gefühl haben, allen gerecht werden zu müssen.
Genau dort setze ich an. Wir schauen gemeinsam, in welchen Situationen Ihr System auf Alarm schaltet. Und welche Erfahrungen dahinterstehen. Mit emTrace® und MeSource bearbeiten wir die emotionale Ladung, die an diesen Mustern hängt. Dadurch kann der innere Druck nachlassen. Zusätzlich lernen Sie einfache Techniken zur Selbstregulation für den Alltag. Erfahrungsgemäß reichen dafür wenige Sitzungen. Wie das Coaching abläuft, lesen Sie auf der Seite Stress-Coaching und Burnout-Prävention. Im Erstgespräch sage ich Ihnen offen, wenn Ihr Anliegen woanders besser aufgehoben ist.





