Kurz gesagt
- Der Airline-Verband IATA zählte 2025 weltweit 38,7 Millionen Flüge. Acht davon endeten mit einem tödlichen Unfall.
- Im Schnitt der Jahre 2021 bis 2025 kam ein tödlicher Unfall auf 5,6 Millionen Flüge. In den Jahren 2012 bis 2016 war es noch einer auf 3,5 Millionen.
- Pro Kilometer ist das Flugzeug etwa so sicher wie die Bahn. Im Auto ist das Todesrisiko auf derselben Strecke rund 30-mal so hoch wie im Zug.
- Zahlen beruhigen den Kopf. Die Angst sitzt aber oft im Körper und rechnet nicht mit.
Wie viele Flugzeuge stürzen pro Jahr ab?
2025 gab es weltweit acht tödliche Unfälle in der Verkehrsluftfahrt. Das zählt die IATA in ihrem Sicherheitsbericht. Die IATA ist der Weltverband der Fluggesellschaften. Insgesamt erfasste sie 51 Unfälle bei 38,7 Millionen Flügen. Andere Statistiken zählen etwas anders und kommen deshalb auf leicht andere Zahlen.
Nicht jeder Unfall ist ein Absturz. Die IATA zählt auch Schäden, wenn das Heck bei Start oder Landung die Piste berührt. Dazu kommen Probleme mit dem Fahrwerk und das Abkommen von der Landebahn. Diese drei Arten waren 2025 die häufigsten Unfälle. Laut IATA verliefen sie ohne Todesopfer.
Trotzdem war 2025 ein schweres Jahr. Bei den acht tödlichen Unfällen starben 394 Menschen an Bord. Dazu kamen 35 Todesopfer am Boden. Das war laut IATA die höchste Zahl seit 2018. Zwei Unglücke machen mehr als drei Viertel der Toten an Bord aus:
- Am 29. Januar stießen nahe dem Flughafen Washington ein Regionaljet und ein Hubschrauber der US-Armee zusammen. Insgesamt starben 67 Menschen.
- Am 12. Juni stürzte in Ahmedabad (Indien) eine Maschine von Air India ab. Dabei starben 241 Menschen an Bord und 19 Menschen am Boden. Laut IATA war es das schwerste Unglück der kommerziellen Luftfahrt seit fast elf Jahren.
Hinter jeder dieser Zahlen stehen Menschen und Familien. Ein solches Unglück lässt sich nicht kleinrechnen. Es gehört zu einer ehrlichen Antwort dazu.
Wie wahrscheinlich ist ein Flugzeugabsturz?
Sehr unwahrscheinlich. Im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2025 kam laut IATA ein tödlicher Unfall auf 5,6 Millionen Flüge. In den Jahren 2012 bis 2016 war es noch einer auf 3,5 Millionen Flüge. Rechnerisch heißt das: Wer jeden Tag einen Flug nimmt, bräuchte im Schnitt über 15.000 Jahre bis zu einem Flug mit tödlichem Unfall.
Langfristig ist die Unfallrate stark gesunken. 2005 kamen auf eine Million Flüge noch 3,72 Unfälle. 2025 waren es 1,32. Einzelne Jahre schwanken allerdings stark. IATA-Generaldirektor Willie Walsh sagt sinngemäß: Fliegen ist so sicher, dass schon ein einzelner Unfall die weltweiten Zahlen verschiebt.
Für Europa sieht die Bilanz besonders gut aus. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA zählte 2024 in der gewerblichen Luftfahrt Europas drei tödliche Unfälle mit drei Toten. Der Luftverkehr in Europa wuchs im selben Jahr auf mehr als 7,7 Millionen Flüge. Für 2025 meldet die EU-Statistikbehörde Eurostat auf Basis von EASA-Daten 116 Tote bei Flugunfällen in der EU. Davon starben 109 Menschen bei nicht-gewerblichen Flügen, zum Beispiel bei Privat- und Sportflügen. Im gewerblichen Luftverkehr waren es vier. Gezählt sind dabei Luftfahrzeuge, die in der EU registriert sind.
Ist der Start oder die Landung gefährlicher?
Die Landung. Genauer: der Endanflug und das Aufsetzen. Das zeigt die Unfallstatistik des Flugzeugherstellers Boeing für die Jahre 2016 bis 2025. Fast die Hälfte aller tödlichen Unfälle mit Verkehrsjets geschah in diesen beiden Phasen (48 Prozent). Auf Start und ersten Steigflug entfielen 22 Prozent.
Der Reiseflug macht bei einem eineinhalbstündigen Flug mehr als die Hälfte der Flugzeit aus. Auf ihn entfielen aber nur 10 Prozent der tödlichen Unfälle. Ein Wackeln in großer Höhe fühlt sich vielleicht bedrohlicher an. Statistisch ist diese Phase aber eine der sichersten.
Für Sie heißt das: Die kritischen Minuten sind kurz. Und genau auf diese Phasen haben sich laut Boeing die meisten Verbesserungen der vergangenen Jahrzehnte konzentriert.
Flugzeug, Auto oder Bahn: Was ist das sicherste Verkehrsmittel?
Pro Kilometer gehören Flugzeug und Bahn zu den sichersten Verkehrsmitteln. Die Eisenbahnagentur der Europäischen Union (ERA) hat dazu die Jahre 2012 bis 2021 ausgewertet. Für Bahnreisende lag das Todesrisiko bei etwa 0,08 Toten je eine Milliarde Personenkilometer. Für Fluggäste war es fast genauso niedrig. Im Bus war das Risiko rund dreimal so hoch wie in der Bahn. Im Auto war es rund 30-mal so hoch.
Für Deutschland hat das Statistische Bundesamt eine eigene Rechnung veröffentlicht. Sie beruht auf den Jahren 2005 bis 2009. Pro Kilometer war das Risiko im Auto dort 72-mal so hoch wie in der Bahn. Im Vergleich zum Flugzeug war es sogar 839-mal so hoch. Diese Zahlen sind älter. Neuere Werte der Allianz pro Schiene zeigen für 2015 bis 2024 aber dieselbe Reihenfolge bei Auto, Bus und Bahn. Die Allianz pro Schiene ist ein Bündnis, das sich für den Schienenverkehr einsetzt.
Die ehrliche Gegenrechnung
Pro Kilometer sieht das Flugzeug besonders gut aus. Denn es legt in kurzer Zeit sehr weite Strecken zurück. Das Risiko hängt aber vor allem an Start und Landung. Die Kilometer dazwischen fallen kaum ins Gewicht. Ein Flug ist meist viel länger als eine Autofahrt. Pro Reise gerechnet schrumpft der Vorsprung des Flugzeugs deshalb deutlich.
Darauf weisen das Statistische Bundesamt und die ERA selbst hin: Je nach Bezugsgröße fallen solche Vergleiche unterschiedlich aus. Insgesamt hält das Statistische Bundesamt den Personenkilometer aber für die beste Vergleichsgröße. Unter dem Strich bleibt: Ein Linienflug ist ein sehr sicheres Verkehrsmittel. Einen vollkommenen Schutz gibt es allerdings nirgends.
Warum Zahlen die Angst nicht abstellen
Die kurze Antwort: Angst rechnet nicht. Sie reagiert auf Bilder und Körpersignale. Das Statistische Bundesamt schreibt in seiner Auswertung einen bemerkenswerten Satz: „Die Angst vor dem Fliegen ist mit dem Unfallrisiko nicht zu begründen.“ Das stimmt. Und genau deshalb helfen Zahlen allein so wenig. Die Angst hat einen anderen Grund als das Risiko.
Drei Mechanismen erklären, warum das so ist:
- Schrecken zählt mehr als Häufigkeit. Der Risikoforscher Paul Slovic hat gezeigt: Menschen bewerten Gefahren stark nach Gefühl. Entscheidend ist, wie schrecklich und wie wenig beherrschbar etwas wirkt. Ein Flugzeugunglück ist selten, aber katastrophal. Und Sie haben keinen Einfluss darauf.
- Was präsent ist, wirkt häufiger. Die Psychologen Amos Tversky und Daniel Kahneman nannten das Verfügbarkeitsheuristik. Was uns leicht einfällt, halten wir für wahrscheinlicher. Bilder von einem Absturz laufen tagelang in den Nachrichten. Die vielen Millionen ruhigen Landungen zeigt niemand.
- Im Auto sitzen Sie selbst am Steuer. Das fühlt sich nach Kontrolle an. Im Flugzeug geben Sie die Kontrolle ab. Viele Menschen erzählen mir, dass genau das der Kern ihrer Angst ist.
Dazu kommt der Körper. Ihr Kopf kann die Zahl kennen. Ihr Körper reagiert trotzdem auf das, was er spürt. Etwa auf das Absacken in einer Turbulenz oder das Dröhnen beim Start.
Manchen Menschen helfen Zahlen trotzdem ein Stück weit. Dann lohnt es sich, sie vor dem Flug noch einmal zu lesen. Für die Zeit an Bord finden Sie konkrete Schritte im Artikel Was tun bei Flugangst?
Wenn Wissen allein nicht reicht
Vielleicht kennen Sie alle Zahlen und haben am Gate trotzdem Herzrasen. Das ist kein Denkfehler. Und es ist auch keine Schwäche. Oft hängt die Angst an einem Erlebnis, das mit dem Fliegen wenig zu tun hat. An einem Moment von Enge, Fallen oder Hilflosigkeit. Manchmal liegt er Jahrzehnte zurück. Ihr Nervensystem hat damals gelernt: Das ist gefährlich. Diese Reaktion läuft heute automatisch ab. Mit Statistik erreichen Sie sie kaum.
Genau dort setze ich im Coaching an. Mit emTrace® und MeSource bearbeiten wir die emotionale Ladung dieser Erfahrungen. Damit Ihr Körper beim nächsten Flug ruhiger reagieren kann. Erfahrungsgemäß reichen dafür wenige Sitzungen. Wie das Coaching abläuft, lesen Sie auf der Seite Coaching bei Flugangst. Ist Ihnen im Flugzeug schon einmal die Panik hochgekommen, lesen Sie auch Panikattacke im Flugzeug.
„Ich war doch sehr erstaunt, wieviel man über die mentale Schiene erreichen kann.“





